Über die Grenze: Lord Landry Bonus-Szene

Sollte nach Lord Landry gelesen werden.

Kapitel 1

Landry

Gab es einen kleinen Teil von mir, der sich absichtlich in Schwierigkeiten brachte? Der sich nach Kenjis Aufmerksamkeit sehnte und ihn so zu einer Reaktion provozieren wollte?

Vielleicht.

Aber wenn ja, dann hatte ich mir einen beschissenen Zeitpunkt dafür ausgesucht. Als der Cop Zane und mir in Philadelphia Handschellen angelegt hatte, war Kenji Hunderte von Kilometern entfernt in Boca Raton bei seiner Großmutter, was bedeutete, dass es Bash war, der uns auf Kaution rausholte.

Und Sebastian Dayne war kein Mann, den man verärgern sollte. Vor allem nicht, wenn er sich gerade in einer Art schrägem Fick-Fest mit dem Trottel befand, der ihm auf der Coalition for Children Gala dreist die Lüge aufgetischt hatte, er sei Sterling Chase.

Nicht, dass ich zum Thema Lügner etwas sagen konnte. Ich lebte im gläsernsten aller Glashäuser.

Ich belog meine besten Freunde schon seit Jahren, vom ersten Tag an. Beziehungen zu meinen vier besten Freunden auf Lügen aufzubauen, war, als würde man einen unglaublichen LEGO-Wolkenkratzer auf einem Zahnstocherfundament errichten. Jeden Tag wartete ich darauf, dass ihn irgendetwas zum Einsturz brachte. Und vielleicht … vielleicht hoffte ich es insgeheim sogar.

Es war anstrengend und einsam, meine beiden Leben unter einen Hut zu bringen. Mein Bild als Landry Davis, professionelles Supermodel, war im wahrsten Sinne des Wortes überall zu sehen. An der Seite von Bussen, auf Plakatwänden, auf Webseiten und überall in den Social Media Streams. Obwohl ich keine Modelkarriere angestrebt hatte – was, ehrlich gesagt, die meisten Leute nicht taten – fand sie mich irgendwie. Anfangs war es wie ein gefährliches Spiel, Modelverträge anzunehmen. Als würde man die britische Presse verhöhnen, indem man ihnen einen ihrer geliebten Adligen direkt vor die Nase hielt, getarnt mit einem Unsichtbarkeitszauber.

Aber es kann anstrengend werden, ein gefährliches Spiel zu spielen, vor allem, wenn der Einsatz von Jahr zu Jahr steigt. Die Aufträge wurden immer hochkarätiger, und gleichzeitig fiel den Freunden meines Vaters auf, dass sie den Davencourt-Erben seit Jahren nicht mehr gesehen hatten.

Ich war müde. Und einsam. Und der eine Mann, auf den ich mich anscheinend eingeschossen hatte, der schönste, kompetenteste und fähigste Mann, den ich je getroffen hatte, hielt mich für nichts weiter als Dreck an seinem Schuh. Im besten Fall war ich ein Punkt auf seiner To-do-Liste, den er auf seinem ständig präsenten Tablet abhaken musste. Im schlimmsten Fall war ich ein Problemkind, eine Nervensäge. Ein unzuverlässiger Playboy, der seine Zeit nicht wert ist, geschweige denn seinen Respekt.

Und ich hatte genau das wieder einmal bewiesen.

Ich hatte seine wütende Stimme am Telefon gehört, als Bash angerufen hatte, um die Kaution zu hinterlegen. Das hätte mir eigentlich ein schlechtes Gewissen machen müssen.

Aber das war nicht der Fall. Stattdessen machte es mich geil und verzweifelt. Es war eine seltsame Art von Juckreiz, als wollte ich bestraft werden, aber gleichzeitig auch nicht. Eher so, als … bräuchte ich eine Ausrede, um ihn zu bestrafen. Weil er mein wahres Ich unter den Lügen nicht sah. Weil er immer gleich das Schlimmste annahm. Weil er nicht erkannte, dass ich das in Philadelphia getan hatte, um zu verhindern, dass Zanes Karriere völlig außer Kontrolle geriet.

Als Kenji Toma also vom Flughafen direkt zu meinem Penthouse kam, um mir die Meinung zu sagen, war das nicht das Einzige, was ich von ihm wollte.

Er trommelte mit der Faust gegen die Tür. Ich erwartete einen perfekt angezogenen, ausgeglichenen Kenji auf der anderen Seite der Tür, aber das war nicht das, was ich bekam.

Seine Haare waren wild und zerzaust, obwohl er sie zu einem unordentlichen Knoten gebunden hatte. Sein Hemd war zerknittert und hing halb aus der Hose, und die Umhängetasche, die er über der Brust trug, klaffte dank eines kaputten Reißverschlusses auf. Als er mich sah, riss er comicartig die Augen auf, als wäre er ein wenig überrascht, wo er gelandet war.

„Was …?“, begann ich und versuchte mich zu entscheiden, ob ich ihn fragen sollte, ob er auf dem Weg hierher überfallen oder rückwärts durch eine Hecke gezerrt worden war.

Er blinzelte und runzelte die Stirn, bevor er sich an mir vorbeidrängte. „Halt die Klappe und geh aus dem Weg. Ich komme jetzt rein und du wirst mir zuhören.“

Ich schloss die Tür hinter ihm und drehte mich um, um ihm zu folgen. „Du siehst aus, als wärst du zerfleischt worden“, sagte ich so lässig wie möglich und versuchte, meine Freude darüber zu verbergen, sein wunderschönes Gesicht zu sehen.

„Ich wurde spirituell zerfleischt“, fauchte er über seine Schulter. „Ich wurde beruflich zerfleischt. Manche würden sogar sagen, dass meine verdammten Augäpfel zerfleischt wurden, denn ernsthaft, was trägst du da gerade?“

Anstatt auf den weichen Kilt hinunterzuschauen, den mir mein Agent mit einem Vertragsangebot geschickt hatte, beobachtete ich, wie Kenjis dunkle Augen ihn verschlangen. Sie glitten schnell über meinen nackten Bauch und meine Brust nach oben und kehrten zu meinem Bauch zurück, bevor sie wieder nach oben flogen. Bis sein Blick meinen traf, waren sie ein bisschen glasiger als sonst.

„Gefällt es dir?“, fragte ich.

Sein Stirnrunzeln wurde zu einem finsteren Blick. „Nein, natürlich nicht, sei nicht lächerlich. Ich habe mich nur gewundert, warum du an einem verdammten Sonntagabend halb nackt in einem verdammten Kilt herumstehst, aber dann ist mir eingefallen, dass du verdammt durchgeknallt bist und verdammt noch mal tust, was immer du verdammt noch mal willst, einschließlich Zane im verdammten Phila-fucking-delphia verhaften zu lassen. Verdammt.“

Ich verschränkte die Arme vor der Brust und hob eine Augenbraue, während er mitten in meinem Wohnzimmer einfach weiterschimpfte. Kenji Toma drehte nicht durch. Er war von uns allen der am wenigsten Durchgedrehte. Er verhinderte, dass der Rest von uns auch nur in die Nähe von Durchdrehen kam.

Aber in diesem Moment konnte sich seine Drehgeschwindigkeit mit einem Wirbelsturm messen.

„Der Junge ist so rein wie frisch gefallener Schnee. Er hätte eher seine Großmutter in ein Hochsicherheitsgefängnis für Männer in Südgeorgien gesteckt, als sich auf eine betrunkene Sachbeschädigung einzulassen. Ich weiß nicht, was du nach dem Konzert getan hast, um ihn zu überzeugen, dass er …“

„Bist du fertig?“, unterbrach ich ihn und klang absichtlich so gelangweilt wie möglich, um ihn zu provozieren. „Es kommt nämlich jemand für einen schnellen Fick vorbei.“

Das war eine Lüge. Ich hatte heute Abend nur ein Date mit einer langen, heißen Dusche und einer komplizierten Steuerangelegenheit von den Anwälten meiner Familie. Aber es machte unglaublich viel Spaß, Kenji auf die Palme zu bringen.

Seine Augen wurden fast doppelt so groß und seine Wangen erröteten. „Natürlich. Denn Gott bewahre, dass du auch nur einen einzigen verdammten Tag aushalten musst, ohne einen verdammten Ficker zu –“

Ich hatte ihn noch nie so fluchen hören und ich musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht zu lachen. Er war wunderschön und klug und noch fünfzigtausendmal sexyer, wenn er vor Wut kochte. Es war gut, dass der Mann niemals eine Beziehung mit mir in Betracht ziehen würde, denn vermutlich würde ich ihn nur anstacheln, um zu sehen, wie sein Gesicht diesen Pinkton annahm.

„Warte“, unterbrach er sich selbst. „Ich habe keine Verschwiegenheitserklärung für jemand Neues. Wer kommt rüber? Wenn es dieser Patrick ist, dann glaube ich das nicht. Er ist wegen Identitätsdiebstahls verhaftet worden. Und wenn es Malcom ist, ist das auch ein Nein. Er ist total creepy, und ich traue ihm nicht.“

Ich schaute auf die Hand, die er neben seinem Bein hielt. Sein Daumen tippte rhythmisch auf den Mittelfinger, was er nur tat, wenn er sehr müde war und an der Grenze zur Überwältigung stand.

„Du kennst Malcom nicht. Er ist nicht creepy. Er ist … anders.“

Kenjis Augen wurden schmaler. „Anders bedeutet, dass er gerade vor dem Bühnenausgang einer Broadway-Show steht und darauf wartet, dass sein Schwarm herauskommt, in der Hoffnung –“

Ich unterbrach ihn mit einem Lachen. „Woher weißt du überhaupt so viel über diesen Typen? Ich weiß nur, dass er ein lustiges Geräusch macht, wenn er –“

„Stopp!“, rief Kenji und hob eine Hand. „Fuck. Hör auf. Ich will nichts von lustigen Geräuschen hören. Das ist eklig. Behalte deine sexuellen Vorlieben für dich. Und ich weiß das, weil wir jeden überprüfen lassen, bevor wir grünes Licht für deine Eskapaden geben. Und ich habe dir für heute Abend gar kein grünes Licht gegeben. Er schluckte. „Also keine sexuellen Eskapaden.“

Seine Wangen waren immer noch wunderbar pink.

Ich trat näher an ihn heran, was ihn durcheinanderzubringen schien. „Aber ich brauche eine sexuelle Eskapade, Kenji.“

Seine Wangen bewegten sich, so fest knirschte er mit den Zähnen. „Schade. Du wirst wohl etwas Zurückhaltung lernen müssen. Vielleicht musst du ab und zu auch mal eine Enttäuschung erleben.“

Ich trat noch näher zu ihm. Sein Duft erfüllte meine Nasenlöcher. Kenjis vertraute Mischung von Pflegeprodukten vermischt mit den schwachen Spuren von Flugreisen und Schweiß. War ich verrückt, weil ich das so unwiderstehlich fand?

„Was – was soll das?“, fragte er und sah mich an, als ich direkt neben ihn trat. Seine Wimpern berührten seine Wangen.

„Ich hole mein Handy“, sagte ich und griff an ihm vorbei zum Regal, wo ich es abgelegt hatte. „Da ich weder Patrick noch Malcom haben kann, muss ich mir jemand Neues suchen.“

Kenji wollte nach dem Telefon greifen und drückte sich dabei versehentlich gegen meinen nackten Rücken, weil ich meinen Arm anhob, um es außer Reichweite zu halten. „Du wirst niemanden ohne eine Verschwiegenheitserklärung anrufen, und ich werde heute Abend niemand neuen mehr überprüfen. Also vergiss es.“

Ich drehte mich wieder um und blieb dabei so nahe bei ihm, dass seine Vorderseite meine Brust berührte, während er weiter versuchte, mir mein Handy abzunehmen. „Vorsichtig, Kenji. Das ganze Reiben macht die Sache nur noch schlimmer“, stichelte ich.

Seine Augen wurden groß und er sprang zurück, wobei er fast über einen Beistelltisch stolperte. Die Verlegenheit verwandelte sich schnell in Wut.

„Du bist so ein Arschloch“, schnappte er. „Werd erwachsen, Landry. Zane hat etwas Besseres verdient, als dazu überredet zu werden, das Gesetz zu brechen. Er hat sich den Arsch für seine Karriere aufgerissen, etwas, das du nicht verstehen kannst, und eine falsche Entscheidung –“

„Und ich reiße mir nicht den Arsch auf?“, fragte ich. Jetzt verlor ich jeden Anschein der Gelassenheit, die ich zu vermitteln versucht hatte. „Soll das ein verdammter Witz sein?“

Er fuchtelte abweisend mit einer Hand in der Luft herum. „Bleib still sitzen und schau gut aus. Wie schwer kann das schon sein?“

Ich schloss die Augen. Wenn ich ihn nicht sah, würde ich ihm vielleicht nicht versehentlich einen Schlag in sein schönes Gesicht verpassen.

„Wenn du das wirklich glaubst, dann verschwinde sofort aus meiner Wohnung“, sagte ich mit kalter und rauer Stimme. Ich war erschöpft von einem zehntägigen Fotoshooting, das ich unmittelbar vor dem Treffen mit Zane in Philadelphia abgeschlossen hatte, und noch erschöpfter, weil ich früh aufgestanden war, um mit meinem Vater zu telefonieren und einen Fehler zu besprechen, den er in einer von mir erstellten Finanzübersicht gefunden hatte. Der Vorwurf, ich würde nicht hart arbeiten, traf mich verdammt hart.

Kenji warf mir einen bösen Blick zu. „Ich werde nicht gehen, bis du versprichst, dass du dir nicht irgendeinen Mann suchst, der dir den Schwanz lutscht.“

„Ich suche mir, wen auch immer ich will, um meinen Schwanz zu lutschen. Und sofern du das nicht übernehmen willst, schlage ich vor, dass du verschwindest, bevor diese Person auftaucht.“ Ich tat so, als würde ich jemandem eine Nachricht schreiben.

„Bist du so verzweifelt, dass du einfach jeden ficken würdest?“

Ich musterte ihn demonstrativ von oben bis unten und tat so, als wäre ich nicht beeindruckt von dem, was ich sah. „Nicht jeden. Ich habe Standards.“

Seine Augenbrauen schnellten nach oben. „Du würdest dich glücklich schätzen, wenn du mich ficken dürftest, Arschloch.“

„Mpfh.“

Kenjis Krächzen war befriedigend. „Ich könnte deinen erbärmlichen, verzweifelten Arsch in zwei Minuten zum Kommen bringen.“

Ich seufzte und musterte meine Fingernägel. „Klar, Baby. Klar.“

Sein Kiefer wurde härter und seine Nasenflügel blähten sich, bevor er zu dem gepolsterten Stuhl vor der Fensterwand in meinem Wohnzimmer zeigte. „Setz dich verdammt noch mal hin. Wenn ich dich in weniger als neunzig Sekunden zum Orgasmus bringe, versprichst du mir, dass du einen Monat lang mit diesen verdammten Ficktreffen aufhörst und mir eine verdammte Pause von diesem Scheiß gönnst.“ Seine Augen funkelten. „Starte einen verdammten Timer mit deinem verdammten Scheißtelefon.“

Mein Herz pochte. Meinte er das ernst? Ich würde keinesfalls riskieren, das zu verpassen, wenn das der Fall war. Mein Hintern landete innerhalb von Sekunden auf dem Stuhl, während mein Ego sein Bestes tat, um eine Verteidigungslinie zu bilden. „Du spuckst große Töne, Toma. Wann hast du das letzte Mal überhaupt einen Penis gesehen? Muss schon eine Weile her sein. Ich glaube nicht, dass es im Pausenraum im Büro viele davon gibt.“

Er trat vor mich und kniete sich hin, was meinen halbharten Schwanz so schnell anschwellen ließ, dass es schon fast schmerzhaft war. „Du hast offensichtlich noch nie Ravi aus der Rechtsabteilung getroffen“, sagte er und schob den Stoff des Kilts über meine Oberschenkel, als wäre das eine rein geschäftliche Angelegenheit für ihn. Die Haare an meinen Beinen stellten sich bei seiner Berührung auf und die Luft in meiner Lunge wurde dick und zäh.

Der Anwalt von Sterling Chase, von dem er sprach, war ein attraktiver Mann, der im Büro sowohl von Männern als auch von Frauen umschwärmt wurde. „Lügner“, stieß ich hervor. „Sag mir, dass du diesen Mann nicht gefickt hast.“

„Ich war nicht derjenige, der das Ficken gemacht hat“, sagte er, sah mir in die Augen und hob eine Augenbraue.

Ich atmete scharf ein und stellte mir Kenjis schlanken Körper vor, wie er in unserem Firmenpausenraum von Ravi Kateel durchgefickt wurde, einem Mann, der es bei jedem Modelvertrag mit mir aufnehmen könnte. So heiß die Vorstellung auch war, sie brannte wie Eifersucht. „Versuchst du, diese Wette zu gewinnen, indem du mich dazu bringst, meine Erektion zu verlieren?“

Als Kenjis Finger über meine Oberschenkel glitten und er feststellte, dass ich unter dem Kilt nichts anhatte, wurden seine Augen heiß. „Du schmutzige Schlampe“, sagte er, wobei sich seine Mundwinkel – wahrscheinlich gegen seinen Willen – nach oben bewegten. „Was zum Teufel machst du ganz allein hier, nur mit einem Kilt bekleidet?“

Ich versuchte, mir den erotischen Anblick, wie er vor mir kniete, nicht zu sehr zu Kopf steigen zu lassen. Das klappte ganze zwei Sekunden lang, bis seine Finger meinen Sack berührten. „Job“, antwortete ich mit einem Keuchen. „Fuck.“

Großartig! Jetzt brachte ich nur noch einzelne Silben zustande.

Seine Mundwinkel hoben sich noch mehr. „Sollen wir auf dreißig Sekunden erhöhen?“

„Das waren schon zehn Minuten“, sagte ich, auch wenn ich um Atem rang. „Verdammt langweilig.“

Sein leises Glucksen sorgte dafür, dass sich meine Eier zusammenzogen. Kenjis Augen wanderten von meinen zu seinem Job vor ihm. Er schlug den Stoff zurück und entblößte meinen steinharten Schwanz mit einem Lusttropfen an der Spitze.

Er machte ein wissendes Geräusch tief in seiner Kehle. „Körper lügen nicht, Landry. Und deiner will, dass ich deinen Schwanz lutsche.“

Mein Bauch verkrampfte sich, als ich schon bei seinen Worten fast kam. „N-nicht korrekt“, stammelte ich. „Er will, dass ihn irgendjemand lutscht.“

Das war eine Lüge. Es gab niemanden sonst auf der Welt, der mich heute Abend so schnell so hart bekommen hätte. Niemanden sonst, der mich dazu bringen könnte, lautlos peinliche Bitten in meinem Kopf zu rezitieren.

Kenji legte den Kopf schief und schürzte die Lippen. „Willst du, dass ich gehe? Den erstbesten Typen raufschicke, den ich auf der Straße finde?“

„Lutsch meinen Schwanz.“

Und da sah ich das erste Mal eines seiner verräterischen Zeichen.

Kenjis Lippen öffneten sich, und seine Zungenspitze strich über die Unterlippe. Seine Wangen waren noch immer gerötet und seine Brust bewegte sich schnell vor Vorfreude.

„Du willst es“, flüsterte ich und versuchte, meine Überraschung zu verbergen. „Nimm es.“

Zum ersten Mal in all den Jahren, die wir uns kannten, erwiderte er nichts. Stattdessen beugte er sich nach vorne und nahm mich in seinen wunderschönen Mund. Seine Zunge umspielte meine Eichel und umhüllte sie mit feuchter Wärme, bevor er mich tiefer in den Mund nahm.

Ich stieß einen Schrei aus, ließ meinen Kopf nach hinten fallen und atmete zittrig ein, während Lichtblitze in meinem Kopf aufleuchteten. Die Hitze seines Mundes, das glatte Gleiten seiner Zunge und das Saugen an seiner Kehle ließen alle meine Alarmglocken schrillen und kreischen.

Meine Nägel kratzten über den Stoff der Stuhllehnen, als ich gegen meinen Instinkt ankämpfte, eine Hand auf seinen Kopf zu legen und meine Finger in seine Haare zu schieben.

„Fuck“, wimmerte ich, und mir war völlig egal, wie verzweifelt ich mich plötzlich anhörte. „Genau so. Hör nicht auf.“

Er hielt den Ansatz meines Schafts mit einer Hand fest und umfasste meine Eier mit der anderen. Es war klar, dass der Mann wusste, was er tat, denn ich befand mich innerhalb von Sekunden am Rand des Höhepunkts.

„Kenji, fuck!“

Er widmete sich meinem Schwanz und meinen Eiern mit derselben verbissenen Entschlossenheit, die er auch bei der Arbeit an den Tag legte. Hätte ich noch denken können, wäre ich vielleicht beleidigt gewesen. Aber mit seinem Mund und seinen Händen auf mir konnte ich nichts anderes empfinden als absolute Glückseligkeit.

Kenji Toma war für mich auf den Knien. Es war mir egal, dass es aus Trotz und Wut geschah. Es war mir egal, dass er dachte, ich sei ein fauler, nichtsnutziger Playboy. Alles, was für mich zählte, war, durch seine Berührung zu kommen.

In dem Moment, in dem er mein Loch mit einer Fingerspitze berührte, war es vorbei. Das statische Feuerwerk in meinem Kopf explodierte wie Silvesterraketen auf Steroiden, als mich mein Höhepunkt überrollte.

Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, dass Kenji meine Eier losgelassen hatte, um einen Finger auf mein Handy-Display zu drücken.

Ich starrte ihn an, als er meinen Schwanz losließ und sich mit dem Handrücken den Mund abwischte. Seine Haare waren jetzt noch unordentlicher. Sexy Strähnen umrahmten sein Gesicht und berührten seinen Nacken. Seine Wangen, seine Nase und sein Kinn waren rot, und seine Augen glasig, aber auch selbstgefällig und siegessicher.

„Siebenundfünfzig Sekunden“, sagte er. Seine Stimme war nach dem schnellen und schmutzigen Blowjob heiser. „Wahrscheinlich eine Art Weltrekord.“

Er stand auf und dehnte seinen Nacken hin und her, bevor er die Schultern straffte. „Einen Monat lang keine Ficktreffen.“

Damit drehte er sich um und marschierte auf die Eingangstür des Penthouses zu.

Ich starrte ihm schockiert hinterher und musste mir im Stillen eingestehen, dass ein Monat ohne Gelegenheitsficks kein Problem sein würde. Nach dieser Erfahrung konnte jeder andere Mann nur eine Enttäuschung sein.

„Du hast nie gesagt, dass es keinen Sex mit dir gibt“, rief ich ihm halb im Scherz hinterher.

„In deinen verdammten Träumen, Landry. Das war eine einmalige Sache.“

Kapitel 2

Kenji

Zu meiner Verteidigung musste gesagt werden, dass ich eine unnatürlich lange Trockenzeit durchmachte. Saharamäßig, mit astronomischen Ausmaßen. Und Landry Davis hatte einen verdammten Kilt getragen.

Ich schloss die Augen und versuchte, einen zentrierenden Atemzug zu nehmen.

Es war drei Wochen her, seit ich Landry einen geblasen hatte. Drei Wochen, in denen ich mich an das Gewicht seines Schwanzes auf meiner Zunge erinnerte, an den sauberen, holzigen Geruch seiner Haut in meiner Nase und an das Geräusch seines erstickten Wimmerns in meinen Ohren.

Drei Wochen, in denen ich nicht damit beschäftigt war, in letzter Minute Verschwiegenheitserklärungen für seine schlüpfrigen Typen zu arrangieren.

Drei Wochen, in denen ich mich fragte, wie er ohne seine schlüpfrigen Typen zurechtkam.

„Beweg deinen verdammten Arsch von meinem Schreibtisch“, knurrte ich. Zentrierende Atemzüge waren nutzlos.

Landry seufzte und stellte das Glas mit den Gummibärchen wieder auf meinen Schreibtisch. „Der einzige andere Stuhl hier ist mit Aktenordnern vollgestellt.“

„Er ist mit etwas vollgestellt, dass man Ermittlungsergebnisse nennt“, korrigierte ich ihn. „Beweise. In einer Strafsache. In der du einer der Angeklagten bist.“

Er machte eine abweisende Handbewegung in die Richtung des Stapels von Informationen, den der Anwalt geschickt hatte, zusammen mit der dringenden Bitte, dass Landry und Zane sich schuldig bekennen sollten, um eine geringere Strafe zu erhalten. „Niemand hat behauptet, dass wir es nicht getan haben.“

Ich schloss die Augen und massierte meinen Nasenrücken. „Kannst du bitte nichts mehr über diesen Fall laut sagen? Weder mir noch sonst jemandem gegenüber.“

„Du lässt es klingen, als wären wir Serienmörder. Es war eine Ruhestörung unter Alkoholeinfluss.“

„Es war mehr als das. Ich werde nicht noch einmal die Liste der Anklagepunkte wiederholen. Du wirst genau das tun, was der Anwalt sagt, hast du verstanden?“

Landry schürzte die Lippen, als er über meinen Befehl nachdachte. „Was bekomme ich, wenn ich aufhöre, für einen Freispruch zu kämpfen?“

„Du bekommst keinen Freispruch, weil du nicht vor Gericht gehst.“

Er wickelte eine Haarsträhne um einen Finger. „Ich bin zu hübsch, um von einer Jury meiner Fans für schuldig befunden zu werden. Und Zane übrigens auch. Ich denke, wir sollten es riskieren.“

Wir wussten beide, dass er das mit Absicht tat, um mich zu ärgern, aber wir wussten auch, dass es funktionierte.

„Du bist nicht so hübsch, wie du denkst“, murmelte ich und drehte meinen Stuhl zu meinem Laptop, in der Hoffnung, eine Aufgabe zu finden, die ernst genug war, um mich davon abzulenken, Landry Davis noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Und jetzt verschwinde.“

Ich versuchte, mein tobendes Herz zu ignorieren, aber es wurde nur noch schlimmer, als er aufstand, hinter mich trat und sich nach vorne beugte, um auf meinen Laptop-Bildschirm zu starren. Seine Haare berührten die Seite meines Gesichts, als er sich näher an mich heranlehnte. Es war sinnlos, zu atmen, wenn er so nah war. Ich würde nur seinen bedauerlich berauschenden Duft einatmen und es bereuen.

Es war besser, einfach nicht zu atmen.

„Du findest mich nicht hübsch, Kenji?“, murmelte er mit einer tiefen, schwülen Stimme, die meine Haut plötzlich viel zu klein erscheinen ließ.

„Pfft.“

Jetzt hatte ich noch weniger Sauerstoff, mit dem ich arbeiten konnte.

„Pft“, wiederholte ich mit dem letzten Rest und jetzt konnte ich gar nicht mehr atmen.

Zum Glück trat er weg und ging zurück auf die andere Seite meines Schreibtischs. Ich sog heimlich und so undramatisch wie möglich einen Atemzug ein.

„Du musst für mich einen Termin für einen STD-Test vereinbaren“, sagte er, womit er mir wieder den Atem raubte.

„Du – was?“ In meinem Kopf drehte sich alles. „Du wurdest doch erst getestet. Ich meine, direkt vor … kurz vor … ein paar Tagen vor …“

„Ja. Und dann haben du und ich –“

„Zzzt!“, schnappte ich und hob eine Hand.

Er grinste. „Und dann hatte ich eines Abends etwas mit einem wildfremden Mann in meiner Wohnung, während ich einen Kilt trug“, fuhr er fort. „Und jetzt muss ich wieder getestet werden. Vielleicht hatte er ja was, ich weiß es nicht. Aber er hat mir sogar davon erzählt, dass er im Büro gevögelt hat, verdammt noch mal.“

„Er hatte nichts “, zischte ich, obwohl ich wusste, dass er das nur sagte, um mich zu ärgern.

Landry zuckte mit den Schultern, wobei er das blonde Haar auf einer Seite hochhob und es dann wieder in seiner welligen Perfektion fallen ließ. „Wie dem auch sei, bitte vereinbare einen Termin für mich. Laut meinem Kalender habe ich am Sonntag wieder Zeit zum Ficken. Also mache ich schon mal Pläne. „Ich will sichergehen, dass ich für den ganzen Ärger, den ich bekommen werde, zumindest einen Nachweis habe, dass ich gesund bin.“ Er rieb die Hände aneinander. Manisch.

„Die Klinik ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen“, sagte ich und tippte irgendwas Sinnloses auf meiner Tastatur.

Er verzog das Gesicht. „Dann such eine andere. Die gibt es wie Sand am Meer.“

Ich schüttelte den Kopf. „Zu teuer und unzuverlässig. Ich besorge dir einen Termin, sobald sie wieder aufsperren, aber du solltest dir darüber im Klaren sein, dass das noch eine Weile dauern wird. Du weißt ja, wie das mit Renovierungen ist.“

Klang ich so erbärmlich, wie ich mich fühlte? Sicher nicht.

Und warum interessierte mich das überhaupt? Ja, ich musste mich darum kümmern, Verschwiegenheitserklärungen zu bekommen und einen generellen Background-Check seiner Kontakte zu machen, aber das war ich mittlerweile gewohnt. Was zum Teufel war also mein Problem?

Es ging ums Prinzip. Er sollte nicht …

Ich seufzte. Der Mann hatte das Recht, so viel Sex mit so vielen Leuten zu haben, wie er wollte. Ich würde niemanden dafür verurteilen, dass er Sex mochte. Und wenn es jemand anderes gewesen wäre, würde es mich nicht so sehr stören.

Aber das hier war Landry. Und er nahm nie irgendetwas ernst.

Und hatte ich die Sahara erwähnt? Ein winziger Schluck hatte nicht ausgereicht, um den Durst einer ganzen Wüste zu stillen.

Landry rümpfte die Nase. „In Ordnung, aber dann muss ich jemanden anrufen, der bereits auf der genehmigten Liste steht.“

„Nicht möglich“, erklärte ich. „Das haben wir doch schon besprochen. Ich werde einen Termin für einen Test finden, aber … halte deine verdammte Libido im Zaum, bis ich das getan habe, in Ordnung? Jesus. Und jetzt raus mit dir.“

Was ich brauchte, war jemand anderes. Jemanden mit einem magischen Schwanz, der diese Trockenphase beenden konnte.

Ich nahm mein Handy, um Ravi aus der Rechtsabteilung anzurufen. Auch wenn ich nie etwas mit ihm gehabt hatte – hauptsächlich, weil er hetero war – hatte Ravi erwähnt, dass er mich unbedingt mit seinem Bruder zusammenbringen wollte, den ich vor ein paar Monaten bei einer Happy Hour nach der Arbeit zufällig getroffen hatte.

Es dauerte nicht lange, das Date zu arrangieren. Ein Drink nach der Arbeit am Freitag war perfekt. Wenn die Unterhaltung gut verlief, konnten wir es mit einem Abendessen versuchen. Wenn nicht, konnten wir hoffentlich direkt zum Nachtisch übergehen. Egal wie, ich musste Landry aus meinem Kopf und seinen Geschmack aus meinem Mund bekommen.

* * *

„Soll ich langsamer machen?“, fragte Nik mit einem verwirrten Stirnrunzeln. „Wenn du das nicht willst, kann ich –“

„Nein, nein“, versicherte ich ihm und verlagerte mein Gewicht an der Rückenlehne des Sofas, auf die mein Hintern gestützt war. Niks Arme schlossen mich ein und umgaben mich mit dem Duft eines Vanilleparfums, das ich nicht liebte. Es war okay. Aber es war nicht …

„Kenji, mach die verdammte Tür auf“, dröhnte Landrys wütende Stimme durch die Wohnungstür, während er mit der Faust gegen das Holz schlug. „Ich war bei der Klinik, zu der du mich geschickt hast, und das war ein verdammtes Nudelrestaurant.“

Nik sprang nach hinten und drehte sich zur Tür. „Wer ist das?“

„Ein Idiot“, stieß ich hervor. „Arschloch, Nervensäge.“

„Sollen wir die Polizei rufen?“, fragte Nik, und schob sich bereits zur Seite, falls das wütende Monster, das gegen die Tür hämmerte, sich Zutritt verschaffen konnte.

„Nein, alles in Ordnung. Aber vielleicht solltest du gehen. Tut mir leid.“ Ich warf ihm ein schwaches Lächeln zu und war insgeheim dankbar, dass ich einen Moment Zeit hatte, um herauszufinden, ob ich mit ihm ins Bett wollte, weil ich ihn wollte, oder ob es mir nur darum ging, Landry zu ärgern.

Ich entriegelte die Tür und riss sie so schnell auf, dass Landry nach vorne in die Wohnung stolperte. Sobald er erkannte, dass ich nicht allein war, schien er zu wachsen und wurde leicht bedrohlich. Beeindruckend für jemanden, der so albern war wie Landry.

„Wer bist du?“, knurrte er. „Und warum siehst du aus wie einer meiner Anwälte?“

Nik ignorierte ihn und trat zu mir, drückte mir einen langen Kuss seitlich neben den Mund und murmelte, dass er hoffe, wir würden uns bald wiedersehen.

Kaum war er weg und die Wohnungstür geschlossen, fand ich mich wieder an die Rückenlehne des Sofas gepresst, nur dass es diesmal Landrys Arme waren, die mich einsperrten und sein sauberer, holziger Duft, der mich einhüllte. „Verdammt, Kenji, du darfst nicht ficken, wenn ich nicht ficken darf.“

Ich versuchte, mich aufzurichten, aber er war zu nah. „Wenn ich an einem Freitagabend in meiner eigenen Wohnung gefickt werden will, ist das mein verdammtes Recht.“

Landry sah aus, als würde er jeden Moment explodieren. „So? Du willst heute Abend gefickt werden, Kenji? Hm? Denn es sieht aus, als wäre deine beste Chance gerade zur Tür rausgegangen.“

Ich sah ihn so abfällig an, wie ich nur konnte. „Bitte. Meine beste Chance steht immer noch hier, und das wissen wir beide. Ich müsste nur den Zeigefinger krümmen, und du würdest –“

Landry wirbelte mich herum und drückte mich über die Rückenlehne des Sofas, wobei er sich wie eine schwere Decke gegen meinen Hintern und Rücken presste. Seine warmen Lippen berührten mein Ohr und seine starken Hände hielten meine Handgelenke sanft, aber fest vor mich. „Ich würde das tun?“, raunte er.

Die harte Spitze seines Schwanzes drückte gegen den Saum meiner Anzughose, als er begann, mir all die Dinge aufzuzählen, die er mit mir machen könnte, wenn ich es nur wollte.

„Glaubst du, dieser Mann würde genau die richtige Stelle in dir treffen, hmm? Glaubst du, er würde wissen, dass du tief in dir drin jemanden willst, der ein bisschen die Kontrolle übernimmt, bis du weich und kraftlos bist und völlig erschöpft und atemlos in einer rausgefickten Pfütze deiner Wichse liegst?“

Meine Atmung war schwer und rau, was wahrscheinlich nur an der ungünstigen Position lag. Die Rückenlehne des Sofas bohrte sich in meinen Brustkorb, und er war verdammt schwer.

Warum fühlt es sich dann so verdammt gut an?

„Lan…“ Meine Stimme war dünn und hoch. Verlegen presste ich die Augen zu.

„Ich habe eine Idee“, sagte er sanft. Seine Stimme war wie verführerischer Sirup, langsam und süß. „Lass mich dich haben, Kenji. Sag mir, dass ich dich ausziehen und ficken kann, nur um dir zu zeigen, dass ich recht habe. Wenn du dann morgen mit, wie auch immer dieser Wichser heißt, zusammen sein willst, gut. Aber zumindest weißt du dann, was du verpasst.“

„Wohl kaum“, brachte ich mit Mühe heraus. „Du bist ganz schön eingebildet.“

„Mmhm“, schmunzelte er. „Eingebildet, weil ich recht habe. Und ob es stimmt, erfährst du nur, wenn du mich reinlässt.“

Er nahm meine Handgelenke in eine seiner großen Hände und bewegte dann seine freie Hand zum obersten Knopf meines Hemdes.

Aber er knöpfte es nicht auf.

Die Luft um uns herum war schwer und voller Erwartung, warm von Sommerhitze und mehr sexueller Spannung, als meine kleine Wohnung je erlebt hatte.

„Du wirst dich nur blamieren“, sagte ich und versuchte, überzeugter zu wirken, als ich war. Denn wir wussten beide, dass ich schon weit über den Punkt hinaus war, an dem ich hätte Nein sagen können. Mein Arsch drückte bereits gegen seinen Schwanz. Meine Kehle gab bereits demütigende Laute der Kapitulation von sich.

Mein Puls war bereits unregelmäßig und deutlich unter der Haut meines Halses zu spüren, wo seine Nase hingedrückt wurde.

„Landry“, flüsterte ich.

„Ja, Baby?“

Ich kniff die Augen zusammen und biss die Zähne gegen den provozierenden Kosenamen zusammen. „Das bedeutet gar nichts.“

„Klar“, sagte er und das wissende Lächeln in seiner Stimme war offensichtlich. „Natürlich nicht.“

„Und wir küssen uns nicht“, fügte ich aus lauter Verzweiflung hinzu, um wenigstens den Anschein von Kontrolle zu wahren. „Auf den Mund.“

„Das ist lächerlich“, sagte er mit einem Lachen, das meinen Schwanz nur noch härter werden ließ, während sich mein Arsch noch leerer anfühlte. „Da hat jemand zu oft Pretty Woman gesehen.“

Wobei Julia Roberts da gar nicht so unrecht hatte. Nur … Vivian Ward und ich würden beide ganz sicher nicht mit schönen, reichen Ehemännern enden. So etwas passierte nur in Filmen.

„Versprich es mir.“

Er zögerte. „Nur wenn du mir versprichst, dass du zu mir kommst, wenn du einen schnellen Fick willst, anstatt diesen verdammten Online-Dating-Scheiß von heute Abend.“

„Gut“, stieß ich hervor.

„Sag die Worte, Kenji. Sag: ‚Ich verspreche es.‘“

„Gut“, wiederholte ich, denn ich wollte wirklich, wirklich heute Abend nicht mehr reden müssen.

Er drehte mich wieder herum, wodurch ich an seine Vorderseite gepresst wurde und er mich mit einem Arm um meinen Rücken gelegt festhielt. Seine freie Hand umfasste mein Kinn. „Sag die Worte.“

Es war so verlockend. Es war so verlockend, alles zu tun, was er sagte, und ihm die volle Kontrolle zu überlassen.

Stattdessen stieß ich ihn von mir und ging in Richtung meines Schlafzimmers. Kurz bevor ich die Tür erreichte, drehte ich mich zu ihm um.

Und krümmte meinen Finger.